Stürmische Zeiten

Welche stürmischen Zeiten hast du erlebt oder erlebst du gerade? Was hat dir geholfen, sie zu meistern?

Die Ruhe vor dem Sturm – Mischtechnik © hsr

Nach der ersten Chemo kann ich gerade noch zuhause Essensreste vom Vortrag aufwärmen und Salat machen. Dabei bin ich so müde. Fast schweigend essen mein Mann und ich zu Mittag. Mit mir ist einfach heute nichts los. Dann lege ich mich ins Bett und schlafe ca. drei Stunden meinen “Rausch“ aus. Abends fühle ich mich zwar mitgenommen, aber immerhin wacher. Ich schaffe es sogar meinem Mann wenige Meter auf seinem Heimweg entgegenzugehen. Am nächsten Tag schlucke ich mit innerer Überwindung brav die großen Tabletten und bin noch ein wenig müde, aber auch erstaunt, dass es mir gar nicht so schlecht geht, wie ich erwartet habe. Ich kann sogar einkaufen. Abends kann ich zur Grillfete meiner Schulkollegen fahren. Sie sind neugierig, wie es mir geht und wie es mir bisher ergangen ist und ich berichte ihnen fröhlich.

Am vierten Tag nach der ersten Chemotherapie geht es mir ganz mies. Ich muss mich mehrmals übergeben. Mein Kreislauf kollabiert. So liege ich im Bad auf dem Fußboden, bis ich mich wieder aufrichten kann, um ins Bett zu wanken. Dann ein paar Stunden später versuche ich nochmals aufzustehen. Meinen Mann habe ich inzwischen ins Büro verabschiedet. Ein Stockwerk tiefer muss ich mich schon wieder übergeben und schaffe es gerade noch zum Klo. Auch davon muss sich mein Kreislauf erst wieder erholen. Und so liege ich auf dem Fußboden.

„Gott, hilf mir!“‚ bettle ich regelrecht. Ich fühle mich so elend.

Wenig später lege ich mich auf die Coach und döse ein wenig, da ich so matt bin. Dann greife ich nach dem Buch „Geistliches Espresso“, das ich mir extra für diese Auszeit gekauft habe und lese dort über die Stürme des Lebens.

„Ach, das passt ja! Ich stecke gerade in einem heftigen inneren und äußeren Sturm.“

Dort heißt es, dass manche Stürme von Gott kommen, wie bei Jona, um uns zu Gott zurückzubringen, andere Stürme, wie den, den die Freunde Jesu erlebt haben, war von Gottes Gegenspieler, Mr. Dunkel, initiiert worden, um sie vom Willen Gottes wegzubringen (Bill Johnson u.a. „Geistliches Espresso“, S. 29-34). Die Freunde Jesu bitten und betteln während des Sturmes, wie ich gerade, wo es mir so mies geht. Sie wecken Jesus schließlich auf und er tadelt sie. Warum das denn? Sie hatten doch genug Glauben, dass sie sich an Jesus wandten und ihn weckten.

„Was war da falsch?“ frage ich mich.

„Jesus machte seinen Freunden klar, dass es ihre Verantwortung war, dem Sturm Einhalt zu gebieten. Sie hatten ihre Werkzeuge, die sie von Jesus gelernt hatten, im Boot gelassen und vergessen.“

Ach so! Jesus, Du möchtest, dass ich in solch einer Situation mit Dir herrsche und die Nebenwirkungen wie einen Sturm in Deinem Auftrag wegschicke und wie bei einem Paket die Annahme verweigere.“

Hast du mit dieser „Annahme verweigert“ Haltung schon Erfahrungen gemacht? Bitte schreibe mir eine Email, damit ich daran teilhaben kann.

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