Höhen und Tiefen

Der Tapetenwechsel im Urlaub, weg von Krankenhausterminen zwecks Blutabnahme und Cocktail-Verabreichungen, hat sehr gut getan. Neuen Mutes gehe ich zur Brustsprechstunde mit Ultraschall-Bestandsaufnahme. Die Spannung steigt: Was wohl dieses Mal herauskommen wird? Die Ärztin schaut ganz genau hin. Mein Mann bekommt dabei innerlich einen Schreck, da der Tumor jetzt größer aussieht, als der, den er vor vier Wochen auf dem Bildschirm gesehen hat. Er hakt nach und die Ärztin erklärt ihm, dass der Tumor zu Beginn von 22 mm auf 12 mm und jetzt auf 7 mm geschrumpft ist und sie eine größere Bildauflösung braucht, um den Tumor überhaupt zu sehen. Meinem Mann fällt ein Stein vom Herzen und er ist beruhigt. Ich natürlich auch!

Danke, Jesus, dass Du mein Arzt bist und die Heilung kontinuierlich vom Himmel zu mir auf der Erde unterwegs ist. Ich will mich weiter bis zur vollständigen Heilung „durchglauben“ und „durchpreisen“!

Dann beginnt die zweite Chemo-Phase mit 12 mal Paclitaxel und 4 mal Carbo-Platin. Diese soll nun wöchentlich verabreicht werden. D.h. jede Woche muss ich einmal zur Blutabnahme und dann zur Cocktailverabreichung, die bei dieser Mischung zeitlich kürzer ist.

Beim ersten Mal wird mir während des Einflößens des Cocktails von den Krankenschwestern eine Broschüre in die Hand gedrückt. Ich lese sie durch und mir wird innerlich schlecht: Wie bitte? Ich kann nach dieser Chemo vielleicht nicht richtig stehen oder laufen? Gehstörungen, Taubheitsgefühle in Armen und Beinen, Koordinationsstörungen können die Nebenwirkungen sein? Ich bin entsetzt und beunruhigt. Als Gegenmaßnahme zur Polyneuropathie bekomme ich Kühlbeutel für meine Füße und Hände.

Jesus, ich übergebe Dir meinen Körper mit allen Nerven!

Am nächsten Tag probiere ich die Übungen aus, die in dieser Broschüre angegeben waren: Ich stehe auf einem Bein für 3 Minuten. Das geht noch! Innerlich weigere ich mich, die Nebenwirkungen an Polyneuropathie für mich anzunehmen.

In der Bibel entdecke ich einen guten Satz, den ich für mich visualisiere:

Kalligraphie © hsr

Dabei imponiert mir auch Philipp Mickenbecker, der Youtube-Star von den Real Life Guys, der mit 23 zum dritten Mal an Lymphdrüsenkrebs unheilbar erkrankt ist, ehrlich darüber spricht und weiterhin auf Heilung hofft und sich durchglaubt.

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