Die Uhr – unser moderner Götze?

Als ich während meines Lehrerdaseins kürzlich morgens nach einer schönen Gebetszeit mit Gott im Auto in unser Lehrerzimmer komme und noch kein anderer Lehrer oder keine andere Lehrerin da war, stellte ich plötzlich etwas fest, was mir wie eine göttliche Einsicht vorkam: Ich sah unsere Uhr – hoch oben an dem zentralsten Platz, nach der ich immer wieder im Alltagsgeschehen schaue. Mir wurde klar, dass sie für mich wie ein Götze geworden ist, nach der ich mich ständig richte. Natürlich soll ich pünktlich im Unterricht sein, aber wo ist daraus eine Versklavung geworden, so dass ich z.B. bei all der Unterrichtsvorbereitung keine Zeit mehr habe für einen Plausch mit Gott?

„Verkehrte Uhr“ – Foto © hsr

Die Zeit ist doch auch nur etwas von Gott Erschaffenes, die ich achten soll, nach der ich mich aber nicht ständig orientieren und ihr nachjagen soll. Von einem Kollegen habe ich mal den Tipp gehört, doch Gott zu fragen, wie lange ich an der Unterrichtsplanung sitzen soll. Das habe ich beherzigt. Und deshalb bitte ich Gott öfters, in meine Zeit der Unterrichtsvorbereitung zu kommen, mir kreative Einfälle zu schenken (Wer sonst ist denn so kreativ wie Er?) und mir bei der Arbeit, die für einen Lehrkraft ja nie wirklich aufhört, zu zeigen, wann ich sie getrost beenden kann und soll.

Ich habe gemerkt, dies trifft ja auch auf meine jetzige Arbeit außerhalb der Schule zu.

Gott, Herr aller Zeit und Zeiten, vergib mir, wo ich meine Zeit und Zeitplanung immer wieder selbst in die Hand nehme und darin Dich nicht frage und sie dann doch nicht in den Griff bekomme. Komm Du jetzt in meine Zeit und gib mir Weisheit im Umgang mit ihr.

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